Die Waldspirale in Darmstadt

Geschichte, Information
und kleine Führung


1998 setzte die Bauverein AG, mit dem Beginn des Baues des100wasserhauses, einen für das Auge markanten, farbigen Kontrast in das Bürgerparkviertel, welches auf dem ehemaligen Schlachthofgelände entstand.

Architektonisch einmalig ist dieses Bauwerk in Deutschland, gänzlich abweichend, von allen Regeln des traditionellen Bauhandwerks. Sie ist das erste Wohngebäude Deutschlands, das unter Verwendung von Recyclingbeton errichtet wurde.

Die Wohnungsbaugesellschaft nahm Verbindung zu Friedensreich Hundertwasser und dem Architekten Heinz M. Springmann auf. Das Ergebnis des gemeinsamen Schaffens ist die Waldspirale in Darmstadt Hessen.

1997 präsentierte er sein Architekturprojekt, die Waldspirale von Darmstadt, im Institut Mathildenhöhe in Darmstadt.

Planung und Ausführung


Für die Planung und Ausführung war zuständig: Architekt Heinz M. Springmann, nach den Vorgaben von Friedensreich Hundertwasser.

Rohbau und Generalunternehmer war die Philipp Holzmann AG, Niederlassung Frankfurt.

Durch den Bau der Waldspirale erhielt der Norden Darmstadt's einen architektonischen und künstlerischen Farbtupfer, in ökologisch innovativer Bauweise.

Auf dem Gelände befand sich zuvor ein Blumenladen und Gärtnerei.

Alle Beteiligten des Gewerkes sahen sich einer immens großen Herausforderung gegenüber.

Bauzeit:


September 1998 bis September 2000

Es wurde versucht, Hundertwasser's Ideologie zu folgen. Von der Ideologie, "einer menschen- und naturgerechten Bauweise".

Alle Beteiligten mußten sich mit den Vorstellungen von Hundertwasser's Farben und Formensprache auseinandersetzen. Hier ging man nicht nach den herkömmlichen Regeln vor.

Linien, das Lot, Rechtecke, nein, Freihandlinien, Kurven und Kreise, Spiralen konnten es nur sein.

Der Maler Hundertwasser bezeichnete gerade Linien als, „gottlos".

Hier einige Daten der
Wohnanlage Waldspirale



105 Wohnungen, Tiefgarage.

Davon sieben 4-Zimmerwohnungen mit Wohnflächen von 96 bis 158 m2.

Davon 70 Wohnungen haben zwei Zimmern und einer Wohnfläche zwischen 47 und 69 m2.

Es gibt 28 Wohnungen mit drei Zimmern und 70 bis 114 m2.

Über 1000 Fenster. Säulen, Mosaiken.

Jede Wohnung stellt ein Unikat dar. Es gibt ungewöhnliche Grundrisse. Ecken und Wände abgerundet, runde Wandnischen. Sie sind im Hundertwasserstil gehalten, 78 Säulen mit Mosaiken in den Wohnzimmern. Bäder und Flure mit bunten Kacheln, Tor bögen. Da braucht es Ideen bei der Einrichtung und Gestaltung der Wohnung.

Gewerblich nutzbar sind Räumlichkeiten für zwei Läden, ein Café und ein Restaurant im Turmbereich. Das Restaurant ist zurzeit geschlossen.

Die Fenster


Keines der Fenster an der Waldspirale ist gleich, davon gibt es über 1000.

Hundertwasser und die Fenster.

Dazu sagte er, „die einen behaupten, die Häuser bestehen aus Mauern. Ich sage, die Häuser bestehen aus Fenstern. Fenster in Reihe und Glied sind traurig, Fenster müssen tanzen können".

Beim Besuch werden Sie hier kein Fenster auf einer geraden Linie finden, sie tanzen.

Die Außenfassade


Die Außenfassaden erhielten einen in den Farben unterschiedlichen Verputz. Die Fassade sollte mit der Keramik, Sedimente, Schichtlinien, Verwerfungen, die in der Natur gefunden, darstellen. Die teilweise mit schwarzem Kristallquarz gebrannt wurden, welcher im Sonnenlicht bei tief stehender Sonne, Lichtreflexe erzeugt, sind mit brauner Keramik, mitlaufend gepaart. Es wirkt wie ein Schnitt, durch die Ablagerungsschichten, der vergangenen Jahrmillionen der Erdgeschichte.

Wir sehen auch farbige Kacheln an der Fassade, die wunderschönen Säulen im Hundertwasserstil, ergänzen das harmonische Gesamtbild.

Säulengänge sind auf der Ostseite zu sehen, sie erinnern uns an die Wandelgänge der Klöster aus der Zeit des Mittelalters.

Natürlich dürfen auch seine Zwiebeltürme nicht fehlen, so wie wir sie aus seinen Bildern und Gemälden kennen.

Auch auf den Böden und Wänden gibt es noch einiges zu sehen. Mosaiken und mehr kann das aufmerksame Auge des Betrachters, Besuchers entdecken! Kein Eingang ist gleich gestaltet.

Betrachtet man das Gebäude von der Vogelperspektive, erkennt man, dass das Gebäude den Grundriss eines Hufeisens hat.

Das Ensamble ist in U-Form, von Nord nach Süd ausgerichtet. Im Süden befindet sich ein Turm, der sich nach oben verjüngt. Spiralförmig nach oben zum Westen auslaufend, mit Zwiebeltürmen.

Die Dächer sind abfallend begrünt und mit Bäumen bepflanzt. Daher kommt auch der Name Waldspirale.

Vom Süden steigt es kontinuierlich, vom Erdboden rampenartig bis zur 8. Etage.

Es kommt der Turmbereich.

Der Turmbereich ragt mit seinen 12 Etagen und der aufgesetzten Kugel in eine Höhe von bis zu 41 Meter .

Garten heute, über der Tiefgarage



Im Garten befindet sich eine Brücke, ein Bach und See. Im Sommer mit Enten, eine Oase der Ruhe für die Bewohner.

Ein Spielplatz für die kleinen Bewohner, mit einem Rondell und Säulen im Hundertwasserstiel sind auch vorhanden. Nehmen Sie bitte Rücksicht bei ihrem Besuch, man wird es Ihnen danken.


Die Waldspirale hat 5 + 1 Gebäudeteile, der Sechste, die Tiefgarage.

Siehe Abb. Ansicht & Plan.

Sie hat acht Treppenhäuser und vier Aufzugschächte.

Die Tiefgarage wurde erst nach Beendigung der Rohbauarbeiten errichtet. Der Platz im Hufeisen, heute der Garten, wurde für zwei Kräne und als Materiallager genutzt.

Material


Die Kuppeln wurden aus Holz oder Kunststoff gefertigt.

Decken, Treppenhäuser und Wände bestehen aus Stahlbeton. Je nach den weiteren Erfordernissen wurden Porenbeton, oder Kalksandsteine und Gipsplatten eingesetzt.

Einige Wände des Turmes sind bis zu 3° gegen die Vertikale geneigt. Hier mußte ein spezieller Verputz verwendet werden. Da das Regenwasser direkt darauf abläuft.

Der österreichische Künstler, geboren am 15. Dezember 1928 in Wien, als Friedrich Stowasser, "Stooh" bedeutet in einigen slawischen Sprachen "hundert". Er erlebte die Fertigstellung nichtmehr.

Friedensreich Hundertwasser verstarb am 19. Februar 2000, an Bord der Queen Elizabeth, die zweite. Auf dem Weg von Neuseeland nach Europa an Herzversagen.

Er wurde in seinem Garten in Neuseeland beigesetzt, "im Garten der glücklichen Toten", unter einem Tulpenbaum.

Er hatte 1974 in Kaurinui, in der Nähe von Kawakawa (Neuseeland) eine Farm, mit diesem Garten gekauft.


Er sagte einmal Zitat.

Ich schließe halb die Augen wie beim Bilder kriegen und sehe die Häuser dunkelbunt.

Statt hässlich hell und grüne Wiesen auf allen Dächern, anstelle von Beton.

Ich freue mich schon darauf, zu Humus zu werden, begraben, nackt und ohne Sarg, unter selbstgepflanzter Buche, auf eigenem Land in AO TEA ROA.

Friedensreich Hundertwasser, 1979.

Wir danken Ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

Besuchen Sie uns hier wieder?
Bis dann, Tschüss.
mwp 2022.05.10